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Was ich aus dem Longierabzeichen gelernt habe – und warum ich heute ganz anders longiere

Last Updated on 26/01/2026 by CurleyInspire

Das Longierabzeichen war für mich weit mehr als nur eine Prüfung. Es war ein ehrlicher Blick auf meine eigene Arbeit – und auf den Ausbildungsstand von Hugo.
Ich bin mit der Annahme in den Kurs gegangen, dass viele Grundlagen bei ihm bereits sitzen. Doch genau diese Annahme wurde ziemlich schnell auf den Prüfstand gestellt.

Ordnung, Sicherheit und klare Abläufe

Eine der wichtigsten Erkenntnisse für mich war, wie viel Struktur und Sicherheit in scheinbar kleinen Dingen steckt.

Dazu gehört ganz klar das korrekte Aufwickeln der Longierleine. Früher habe ich das eher nebenbei gemacht – heute weiß ich, wie wichtig saubere Schlaufen sind, um jederzeit handlungsfähig zu bleiben und keine Gefahr für mich oder das Pferd zu schaffen.

Warum meine Longierpeitsche nicht mehr auf dem Boden liegt

Eine scheinbare Kleinigkeit hat für mich eine große Wirkung:
Meine Longierpeitsche liegt nicht mehr auf dem Boden, sondern ist unter den Arm geklemmt.

Nicht aus Prinzip, sondern aus Sicherheitsgründen.

Liegt die Peitsche am Boden, kann das Pferd:

  • darauf treten
  • sich dabei erschrecken
  • oder losschießen, wenn man sie aufhebt

Beim Aufheben bin ich kurz gebeugt, mein Schwerpunkt ist instabil und genau in diesem Moment kann es gefährlich werden, wenn das Pferd zieht oder wegrennt.

Indem ich mir die Peitsche unter den Arm klemme:

  • bleibe ich aufrecht
  • halte mein Gleichgewicht
  • bin jederzeit handlungsfähig
  • und vermeide unnötigen Stress

Eine Kleinigkeit aber mit großer Wirkung für Sicherheit und Ruhe. Gerade bei jungen Pferden!

Vorhandwendung – ein echter Augenöffner

Ein weiterer Punkt, der mir besonders deutlich gezeigt hat, wo wir stehen, ist die korrekte Vorhandwendung.
Sie ist Bestandteil des Longierabzeichens – und Hugo kann sie aktuell noch gar nicht.

Das war ein Moment, der mir sehr klar vor Augen geführt hat, wie wichtig die Arbeit vom Boden aus ist. Eine saubere Vorhandwendung erfordert Verständnis für Hilfen, Körpersprache und Raum – Dinge, die man nicht „nebenbei“ lernt.

Zurück zum Boden – und zwar konsequent

Mir ist im Laufe des Kurses immer bewusster geworden, dass ich mit Hugo definitiv noch viel mehr vom Boden aus arbeiten muss.
Nicht, weil er etwas „falsch“ macht, sondern weil die Basics einfach nicht sitzen.

Ich bin lange davon ausgegangen, dass ihm all diese Grundlagen bereits in jungen Jahren beigebracht wurden. Doch das war ein Irrtum. Und dabei habe ich eine wichtige Erkenntnis gewonnen:

Nicht jeder legt bei der Ausbildung von Pferden den gleichen Wert auf eine korrekte Basis.

Das ist keine Kritik – aber es erklärt vieles. Und es zeigt mir ganz klar, wo meine Verantwortung liegt.

Longieren ist Teil der Ausbildung

Durch das Longierabzeichen ist mir noch einmal sehr klar geworden:
Longieren ist kein „schnell schnell“ und kein Mittel zum Zweck.
Es ist ein fester Bestandteil der Ausbildung.

Heute longiere ich bewusster. Vor jeder Einheit frage ich mich:

  • Was möchte ich heute erarbeiten?
  • Wo steht mein Pferd körperlich und mental?
  • Welcher Punkt der Ausbildungsskala ist heute wichtig?

Longieren ist für mich nicht mehr „ein paar Runden drehen“, sondern gezielte Arbeit mit einem klaren Fokus.

Mein Fazit aus dem Longierabzeichen

Das Longierabzeichen war für mich ein ehrlicher, manchmal auch ernüchternder, aber unglaublich wertvoller Lernprozess.
Ich nehme daraus mit:

  • mehr Ordnung in den Abläufen
  • mehr Bewusstsein für Sicherheit
  • und vor allem: mehr Geduld für den Aufbau einer soliden Basis

Denn nur wenn die Grundlagen vom Boden aus stimmen, kann alles andere darauf aufbauen – egal ob Longieren, Reiten oder feine gymnastizierende Arbeit.

Und genau daran arbeiten wir jetzt. Schritt für Schritt.

Das Longierabzeichen hat mir einige Denkanstöße gegeben – vor allem dazu, was ich mit meinen Pferden künftig anders machen möchte und wo wir beim Thema Longieren aktuell stehen.
Viele dieser Fragen begegnen mir inzwischen auch in Gesprächen mit anderen Reiter:innen. Deshalb habe ich meine wichtigsten Gedanken und Überlegungen rund um das Longierabzeichen sowie eine Fragensammlung für alle, die sich noch auf die Prüfung vorbereiten müssen, erstellt.

Überblick & Prüfungsaufbau

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