Tina Meier spoga horse 2026 Mut kommt von Machen
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Mut kommt von Machen: Über Freiheit, Eigenverantwortung und den ersten Schritt

Last Updated on 13/02/2026 by CurleyInspire

Zum Abschluss meiner Insights von den spoga horse Creator Days wurde es radikal ehrlich. Tina Meier, die Gründerin von Equimero, sprach über das Thema Eigenverantwortung und den Mut, den es braucht, um den eigenen Weg wirklich zu gehen. Ihr Motto für ein selbstbestimmtes Leben: EEM – Erkennen, Entscheiden, Machen.

Willst du Pippi sein oder Annica?

„Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe.“ Dieses berühmte Pippi-Langstrumpf-Zitat stand als Leitmotiv über dem Raum. Tina stellte uns die unbequeme Frage: Macht dich das glücklich, was du gerade tust? Macht dir dein Leben so Spaß?

Oft wissen wir tief im Inneren, dass wir etwas ändern wollen, aber wir bleiben in der reinen Einsicht stecken. Doch Tina machte klar: Einsicht ist nicht der erste Weg zur Besserung.

Warum Einsicht allein nicht reicht

Was bringt die beste Einsicht, wenn daraus keine Konsequenz folgt? Ohne die anschließende Entscheidung und das tatsächliche Handeln enttäuscht man sich selbst mit jedem Tag mehr. Es geht darum, kleine Schritte zu gehen, statt vor der riesigen Aufgabe zu erstarren.

Ein Satz, der die Realität jeder großen Veränderung auf den Punkt bringt: „Wenn ich den Teich will, muss ich die Kröte schlucken.“ Jede Freiheit hat ihren Preis. Eigenverantwortung bedeutet, diesen Preis zu akzeptieren.

Tinas Geschichte: Der Ausbruch aus den Linien

Tinas Weg zeigt, wie schwierig es ist, diesen Preis zu zahlen, wenn man jahrelang gelernt hat, im Rahmen zu bleiben. Schon im Kindergarten verstand sie nicht, warum man nicht über eine Linie hinausmalen durfte. Das System lehrte sie früh: Bleib innerhalb der Linien, pass dich an, dann wirst du gemocht.

Aus einer Arztfamilie stammend, folgte sie dem Rat der Eltern: „Werd doch Lehrerin.“ Sie machte die Ausbildung, heiratete, bekam ihr erstes Kind. Ihr Abschluss in Englischer Literaturwissenschaft war für sie jedoch ein „Armutszeugnis“ – nicht wegen der Noten, sondern weil er bewies, wie weit sie sich von ihrem eigentlichen Weg entfernt hatte. Alle um sie herum waren happy, nur Tina war chronisch unglücklich.

Vom System-Burnout zur Leidenschaft: Der Klick-Moment

Nach ihrer Scheidung und als Alleinerziehende kam 2009 der Wendepunkt durch einen Zufall: Eine Freundin wurde krank und Tina sprang bei einem Kurs für Dualaktivierung ein. Nach nur fünf Minuten in der Bahn wusste sie: „Das ist es. Das will ich machen.“

Dieser Moment war die schmerzhafte Erkenntnis, wie „scheiße“ sich das alte Leben angefühlt hatte. Ohne Geld, aber mit neuem Entschluss, investierte sie ihren gesamten Jahresurlaub in die Ausbildung. 2010 startete sie als Trainerin durch – mit 180 Kursen im Jahr parallel zum Bürojob. Es war der Grundstein für die Gründung von Equimero. Doch Eigenverantwortung heißt auch, zu wissen, wann man weiterzieht: 2021 wanderte sie nach Schweden aus und 2023 verließ sie Equimero, um Platz für neue Wege zu machen.


Die Kröte und der Teich: Real Talk über Konsequenzen

Tina legte den Finger in die Wunde: Wir wollen alle den „Teich“ (das Traumleben, die Freiheit), aber niemand möchte die „Kröte“ schlucken, die dazugehört.

„Wer den Teich aussaufen will, muss die Kröte schlucken.“

Das bedeutet:

  • Wenn ich ein Ziel will, muss ich akzeptieren, was dazugehört.
  • Wenn ich mit Pferden arbeiten will, gehören Unsicherheit und Risiko dazu.
  • Wenn ich Freiheit will, muss ich Entscheidungen treffen.
  • Finanzielle Klarheit: Wenn ich es mir nicht leisten kann, kaufe ich es nicht. Finanzielle Verbindlichkeiten können sehr übel sein.

Jammern auf hohem Niveau hilft niemandem. Wenn jemand sagt: „Die Tierarztkosten meiner sieben Pferde sind so hoch“, dann ist das keine Ungerechtigkeit des Lebens. Es ist eine Entscheidung. Tina sagte es radikal: „Ich habe mich für mein Leben entschieden – nicht für mein Pferd.“ Das klingt hart, ist aber die ehrlichste Form der Eigenverantwortung.


Mut ist kein Vorgefühl

Einer der wichtigsten Sätze des Tages: Mut ist nicht vorher da. Er ist kein Gefühl, auf das man warten kann. Am Anfang muss man nicht mutig sein – man muss nur eine Entscheidung treffen. Das ist eine kognitive Handlung und viel einfacher als ein Gefühl. Der Mut kommt erst beim Machen.

Wichtig ist dabei die Flexibilität: Man darf es versuchen, Vollgas geben und dann doch wieder etwas anderes machen. Wer den Teich aussaufen will, muss die Kröte schlucken – aber man darf auch entscheiden, zu einem neuen Ufer aufzubrechen.


Damit ist meine Serie zu den spoga horse Creator Days komplett! Hier findest du alle Keynotes im Überblick:

💡 Das EEM-Prinzip zum Mitnehmen

  1. Erkennen: Sei ehrlich zu dir selbst – was macht dich nicht happy?
  2. Entscheiden: Willst du den Teich? Dann schluck die Kröte und triff eine Wahl.
  3. Machen: Geh den ersten Schritt, auch wenn er klein ist.

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