Überblick & Prüfungsaufbau
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🐎 Longierabzeichen 5 – Überblick & Prüfungsaufbau

Last Updated on 20/12/2025 by CurleyInspire

Ich bin ehrlich: Ich mache das Longierabzeichen 5 nicht, weil ich den perfekten Kurs gefunden habe – sondern, weil ich mich selbst weiterentwickeln will.
Ich mache es bei Ulrike Mohr, weil es in meiner Nähe ist. Das Abzeichen ist für mich eine tolle Gelegenheit, das Longieren wirklich in der Tiefe zu verstehen.

Wie schon beim Reitabzeichen gilt: Wer vorbereitet ist, kann die Prüfung mit Ruhe, Verständnis und Pferdegefühl meistern.
Dieser Beitrag soll dir genau dabei helfen – mit praxisnahen Fragen, echten Prüfungssituationen und klaren Erklärungen.


🎯 Ziel des Longierabzeichens 5

Das LA5 soll zeigen, dass du dein Pferd:

  • sicher und pferdegerecht an der Longe arbeiten kannst,
  • die Grundsätze der Reitlehre verstehst und anwenden kannst,
  • und dass du verantwortungsbewusst mit deinem Pferd umgehst.

Es geht nicht um auswendig gelerntes Wissen oder perfekte Bewegungen, sondern um verständiges Handeln und Erklären.
Die Richter sollen keine isolierten Fragen stellen, sondern dich bitten, dein Tun zu erläutern.


🧭 Prüfungsaufbau im Überblick

1️⃣ Vorbereitung & Ausrüstungskontrolle
2️⃣ Bodenarbeit (Führen, Anhalten, Rückwärtsrichten)
3️⃣ Longieraufgabe (Leitfaden LA5)
4️⃣ Theoretischer Hintergrund – integriert in die Praxis
5️⃣ Tierschutz & ethische Grundsätze


🪶 1. Vorbereitung & Sicherheit

Hier zeigst du, dass du dein Pferd und deine Ausrüstung im Griff hast.

Mögliche Prüfersituationen & Antworten:

🗣️ „Erklären Sie bitte, worauf Sie beim Anlegen der Ausrüstung achten.“
➡️ „Ich prüfe, ob der Longiergurt richtig sitzt, die Hilfszügel korrekt verschnallt sind und der Longierplatz sicher ist. Nichts darf scheuern oder zu eng liegen.“

🗣️ „Wie bereiten Sie Ihr Pferd auf das Longieren vor?“
➡️ „Ich führe es zunächst einige Runden im Schritt, damit es sich körperlich und mental aufwärmen kann.“

🗣️ „Woran erkennen Sie, dass die Trense richtig sitzt?“
➡️ „Das Gebiss liegt ruhig im Maul, es entstehen keine Falten am Maulwinkel und das Pferd zeigt kein Kauen oder Kopfwerfen.“

🗣️ „Warum ist Ihre eigene Position beim Longieren so wichtig?“
➡️ „Weil ich über meine Position die Richtung, das Tempo und die Balance des Pferdes beeinflusse. Ich bin der Mittelpunkt, an dem sich das Pferd orientiert.“


🐴 2. Bodenarbeit – Kommunikation vom Boden aus

Longieren beginnt nicht mit der Longe, sondern beim Führen.
Die Prüfer wollen sehen, wie sicher, ruhig und respektvoll du dein Pferd vom Boden aus führst.

In der Prüfung zeigst du:

  • Führen im Schritt und Trab
  • Anhalten
  • Rückwärtsrichten
  • Wenden zur und von dir weg
  • Ruhiges Stehenbleiben beim Ein- und Aushängen der Longe

🐴 Bodenarbeit als Teil der Prüfung – Kommunikation, bevor die Longe dran ist

Bevor du dein Pferd an der Longe arbeitest, möchten die Prüfer sehen, wie du dich mit deinem Pferd vom Boden aus verhältst.
Denn Longieren beginnt nicht im Trabkreis – es beginnt beim Führen, Antreten, Anhalten und Wenden.

Die Bodenarbeit ist im Longierabzeichen 5 fester Bestandteil der praktischen Prüfung und zeigt:
👉 wie sicher du dein Pferd führst,
👉 wie klar deine Körpersprache ist,
👉 und ob du dich pferdegerecht und ruhig verhältst.


🔹 Was wird konkret verlangt?

Bodenarbeit

  1. Vorführen auf der Dreiecksbahn
  2. Anhalten auf Kommando
  3. Training mit Stangen (Z.B. Halten über der Stange, vielseitiges Stangenkreuz, Stangenlabyrinth)
  4. Wenden zu und von dir weg
  5. Systematische Desensibilisierung (Umweltreize)

🔹 Worauf achten die Prüfer?

Die Richter beobachten besonders:
✅ Deine Sicherheit und Übersicht im Umgang
Körpersprache: klare, ruhige Signale statt Ziehen oder Drängen
Pferdeverständnis: erkennst du, wann dein Pferd unsicher ist oder Druck empfindet?
Einhaltung der Sicherheitsabstände
Respektvolles, ruhiges Verhalten – kein hektisches Zerren, kein ungeduldiges Treiben

Ein gern gehörter Satz von Richtern ist:

„Zeigen Sie uns, dass Sie Ihr Pferd kennen und sicher führen können – bevor Sie es longieren.“


🔹 Typische Fragen zur Bodenarbeit (und ihre Antworten)

FrageAntwort
Warum gehört Bodenarbeit zum Longierabzeichen?Weil sie zeigt, dass du dein Pferd sicher und respektvoll führen kannst – eine Grundvoraussetzung für sicheres Longieren.
Wie groß sollte der Abstand beim Führen sein?Etwa eine Armlänge – so bleibst du sicher, ohne die Kontrolle zu verlieren.
Wie hältst du das Pferd an, ohne am Strick zu ziehen?Über Körpersprache: Ausatmen, Schritt verkleinern, stehen bleiben, eventuell leicht am Strick parieren.
Was bedeutet rückwärtsrichten vom Boden aus?Das Pferd tritt auf leichtes Signal (z. B. Druck auf den Strick oder Stimmsignal) kontrolliert und ruhig zurück.
Was tun, wenn das Pferd beim Führen drängelt?Seitlich ausweichen, Körpersprache klar machen, eventuell leicht antippen – ohne Druck oder Strafe.
Wie führst du das Pferd korrekt?Auf der linken Seite, auf Schulterhöhe, mit lockerem, aber sicherem Kontakt.
Wie erkennst du, dass dein Pferd aufmerksam bei dir ist?Es orientiert sich an deiner Position, reagiert auf Körpersignale und bleibt im gleichen Rhythmus.
Wie zeigst du Ruhe und Übersicht in der Prüfung?Durch gleichmäßige Atmung, ruhige Bewegungen, klare Signale und Sicherheit in der Körpersprache.
Was zeigt gutes Vertrauen zwischen Pferd und Mensch?Das Pferd bleibt ruhig bei dir stehen, auch wenn du dich entfernst oder die Longe wechselst.
Was bedeutet „pferdegerecht führen“?In Ruhe, mit Gefühl, ohne Zwang – immer so, dass sich das Pferd verstanden und sicher fühlt.

🧭 Tipp für deine Prüfungsvorbereitung

Wenn du dich auf die Prüfung vorbereitest, übe die Bodenarbeit bewusst vor dem Longieren.
Starte mit einfachen Dingen wie:

  • Schulterherein vom Boden,
  • Rückwärtsrichten über Stimme,
  • oder das Halten und Anhalten in verschiedenen Umgebungen.

💬 Denn wer am Boden klar ist, wird auch an der Longe verstanden.

Mögliche Prüfersituationen & Antworten:

🗣️ „Führen Sie Ihr Pferd bitte im Schritt und erklären Sie, worauf Sie achten.“
➡️ „Ich achte darauf, dass es in meinem Rhythmus bleibt, aufmerksam ist und mich respektiert. Der Strick hängt locker, ich halte aber Kontakt.“

🗣️ „Wie bringen Sie Ihr Pferd ohne Zug am Strick zum Halten?“
➡️ „Ich verändere meine Körperspannung, bleibe stehen und atme aus. Das Pferd lernt, auf meine Energie zu reagieren.“

🗣️ „Was tun Sie, wenn das Pferd beim Führen drängelt?“
➡️ „Ich verändere meine Position, um mir Raum zu schaffen, bleibe ruhig, aber konsequent. Druck entsteht über Präsenz, nicht über Kraft.“

🗣️ „Was zeigt Ihnen, dass Ihr Pferd aufmerksam bei Ihnen ist?“
➡️ „Es bleibt auf Schulterhöhe, die Ohren sind auf mich gerichtet, es reagiert auf kleine Signale.“

🗣️ „Warum gehört Bodenarbeit zur Prüfung?“
➡️ „Weil sie die Basis jeder Kommunikation ist. Wer am Boden klar ist, wird auch an der Longe verstanden.“


🌀 3. Die Longieraufgabe (nach Leitfaden LA5)

Die praktische Longieraufgabe besteht aus drei Phasen:

1️⃣ Zirkelarbeit auf der linken Hand
2️⃣ Handwechsel
3️⃣ Zirkelarbeit auf der rechten Hand

Gezeigt werden:

  • Schritt, Trab und Galopp
  • Übergänge
  • Anhalten und Anführen
  • Handwechsel
  • Pferdegerechter Einsatz von Hilfszügeln
  • Sicherheit und Körpersprache

Mögliche Prüfersituationen & praxisnahe Erklärungen:

🗣️ „Erklären Sie bitte, wie Sie Ihr Pferd in den Trab schicken.“
➡️ „Ich erhöhe meine Körperspannung, nutze mein Stimmsignal und unterstütze mit der Peitsche, ohne Druck aufzubauen.“

🗣️ „Wie erkennen Sie, dass Ihr Pferd losgelassen ist?“
➡️ „Am ruhigen Atmen, pendelnden Schweif, gleichmäßigem Takt und am Mitschwingen des Rückens.“

🗣️ „Wie stellen Sie sicher, dass das Pferd die innere Anlehnung findet?“
➡️ „Ich achte auf eine konstante Kreislinie, innere Stellung und gebe nach, wenn das Pferd die Verbindung sucht.“

🗣️ „Wie leiten Sie den Handwechsel ein?“
➡️ „Ich verkleinere den Zirkel, hole das Pferd ruhig zu mir, führe es auf die andere Seite und beginne wieder kontrolliert.“

🗣️ „Was tun Sie, wenn das Pferd nach außen zieht?“
➡️ „Ich kontrolliere meine Position und meine Körperspannung – eventuell gehe ich ein Stück nach innen, um wieder Verbindung herzustellen.“

🗣️ „Wann würden Sie eine Einheit abbrechen?“
➡️ „Wenn das Pferd körperlich oder mental überfordert ist – z. B. bei Stress, Unruhe oder fehlender Aufmerksamkeit.“


⚖️ 4. Tierschutz und ethische Grundsätze

Dieser Teil ist kein Fragenkatalog, sondern ein Gespräch über deine innere Haltung.
Die Richter möchten sehen, dass du dein Pferd mit Respekt, Verständnis und Fairness arbeitest.

Typische Situationen & Fragen:

🗣️ „Was bedeutet für Sie pferdegerechtes Longieren?“
➡️ „Das Pferd versteht, was ich möchte, ohne Druck oder Angst. Ich richte die Arbeit nach seiner Tagesform aus.“

🗣️ „Wie setzen Sie das Tierschutzgesetz praktisch um?“
➡️ „Ich achte auf Pausen, sinnvolle Arbeitsdauer und vermeide Überforderung. Ich longiere nie, wenn das Pferd Schmerzen oder Unwohlsein zeigt.“

🗣️ „Wie stehen Sie zu Hilfszügeln?“
➡️ „Sie können unterstützend wirken, aber sie dürfen nie Haltung erzwingen. Ich nutze sie bewusst und situationsabhängig.“

🗣️ „Was verstehen Sie unter ethischem Pferdeumgang?“
➡️ „Respekt, Geduld und das Bewusstsein, dass jedes Pferd ein fühlendes Lebewesen ist – kein Sportgerät.“


💬 5. Theoretischer Hintergrund – integriert in die Praxis

Die Theoriefragen sind keine Wissensabfragen, sondern sollen zeigen, dass du verstehst, warum du etwas tust.
Hier einige typische integrierte Fragen, wie sie in der Prüfung vorkommen könnten:

🗣️ „Warum longieren Sie heute?“
➡️ „Zur Gymnastizierung, um Losgelassenheit und Gleichgewicht zu fördern – ohne Reitergewicht.“

🗣️ „Wie wirkt der Dreieckszügel?“
➡️ „Er gibt seitliche Begrenzung, fördert die Dehnungshaltung und hilft, den Kontakt zur Hand zu stabilisieren.“

🗣️ „Was ist das Ziel der Longenarbeit?“
➡️ „Ein losgelassenes, gleichmäßig gehendes Pferd, das sich an die Hilfen anschließt und im Gleichgewicht arbeitet.“

🗣️ „Wie kann Longieren die Rittigkeit verbessern?“
➡️ „Das Pferd lernt, sich zu tragen, die Hinterhand zu aktivieren und den Rücken loszulassen – das spürt man später auch unter dem Sattel.“

🗣️ „Welche Rolle spielt Ihr eigener Körper?“
➡️ „Ich bin der Mittelpunkt des Zirkels. Meine Haltung, Energie und Position beeinflussen jede Bewegung des Pferdes.“


🧩 6. Nachbereitung und Reflexion

🗣️ „Wie beenden Sie die Einheit?“
➡️ „Ich lasse das Pferd im Schritt abschnauben, hole es ruhig zu mir, löse die Hilfszügel und beende mit positivem Gefühl.“

🗣️ „Was war heute besonders gut?“
➡️ „Das Pferd hat konzentriert gearbeitet und sich schön fallen gelassen.“

🗣️ „Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?“
➡️ „Ich würde beim Handwechsel mehr Ruhe reinbringen, da war das Pferd kurz unkonzentriert.“


🌿 Mein Fazit

Das Longierabzeichen 5 ist viel mehr als eine Prüfung – es ist eine Reise.
Es zeigt dir, wie viel Kommunikation, Körperbewusstsein und Pferdeverständnis im Longieren stecken.

💬 „Wer am Boden klar ist, wird auch an der Longe verstanden.“

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