Unser Weg aus dem Headshaking Woche 17
Headshaking

Unser Weg aus dem Headshaking – 17 Woche

Last Updated on 29/04/2022 by CurleyInspire

Montag, 20.11.2017

Heute wurde in unserer großen Reithalle der Boden erneuert und begradigt.
Und da an diesem Tag die Halle natürlich gesperrt war, vereinbarte ich für Loana einen Impftermin.
Die Beiden durften heute in der Führanlage ihre Runden drehen.

Barba wurde dann auch heute gleich als Nicht-Schlachtpferd umgetragen.
Das hatte ich noch auf der To-Do-Liste.

Gleichzeitig ist uns aufgefallen, dass Barba ja im Dezember wieder mit der Impfung dran wäre.
Das macht mir jetzt schon wieder große Sorgen.

Ansonsten kann ich Euch heute Barbapapas Lieblingsbeschäftigung auf Video zeigen:)

Dienstag, 21.11.2017

Trotz meiner Bitte, hat es Dieter wieder verpasst ein Reitvideo zu drehen 😉

Also muss ich Euch einfach erzählen, was gestern alles vorgefallen ist.
Die Halle war brechend voll.
Und neben so manchem Super-Reiter kommt man sich in der Aufbau-Phase mit seinem Pferd ganz schön doof vor.
Aber was soll’s. Augen zu und wieder durch. Auch wenn man als “Neuer im Stall” unter Beobachtung steht.

Der Anfang war wie immer zäh. Ab und an hab ich dann auch das Gefühl einfach aufgeben zu wollen. Aber dann fallen mir wieder die Worte meiner Reitlehrerin ein: “Einfach weiter machen”.
Also machte ich weiter. Und irgendwann kamen wir tatsächlich an den Punkt an dem er wieder Spaß am Laufen hatte.
Ab und an – man ist ja total überempfindlich geworden – hatte ich das Gefühl, als wolle er mit dem Kopf zucken, es kam aber nichts. Totale Paranoia!
Wie hat meine Freundin heute so schön gesagt: “Einfach kommen lassen“.
Er hat so viel Eifer an den Tag gelegt dass wir Runde um Runde in einem ganz schön flotten Tempo durch die Halle galoppiert sind!
Mir war das Tempo schon zu flott aber ich hab es auch nicht hinbekommen ihn zurückzunehmen und irgendwie wollte ich das auch nicht, weil ich merkte, dass er gerade so viel Spaß hat.
Zum Schluss haben wir dann doch noch einige Übergänge geübt. Auch einige fliegende Wechsel waren heute dabei.
Glücklich aber dampfend sind wir dann zurück in den Stall 🙂

Mittwoch, 22.11.2017

Waren wir in Weinheim bei Daniela trainieren.
Das erste Mal nach unserem Umzug.
Diesmal war Loana dran, denn die hatte ich die letzten Male gar nicht mitgenommen.
Sie schwitzt in Hänger dermaßen, dass ich mindesten 2 Abschwitzdecken brauche. Egal, wie kurz oder lang die Strecke ist, mit Barbapapa oder ohne, sie sieht hinterher aus, als wäre sie in der Sauna gewesen.
Da wir im alten Stall kein Solarium hatten und ich sie nicht trocken bekommen hätte, ist Barbapapa an ihrer Stelle die letzten Male gefahren.

Donnerstag, 23.11.2017

Barba muss an dem Dienstag so Spaß gehabt haben, denn er war von Beginn an super fleißig und flott. Für Barba-Verhältnisse eigentlich schon wieder zu flott.
Eine ganz neue Situation für mich! 
Mein Pferd galt immer als faul, triebig und lustlos. Der Kommentar meine früheren Trainerin war ja vernichtend: “So wirst du nie in L starten können, denn er hat einfach zu wenig go”. So die Quintessenz der Antwort auf meine Frage, ob wir es irgendwann einmal wagen könnten, eine L-Prüfung zu reiten.

Nun ja, genügend “Go” hat er ja jetzt, dank des Training mit Daniela.
Zum aller ersten Mal, habe ich das Gefühl, dass es genau der RICHTIGE WEG ist.

Man ist ja als Späteinsteiger einfach auch unwissend. Man vertraut darauf, dass ein Trainer schon das Richtige macht.
Aber ich musste ich Laufe der Jahre feststellen, dass das nicht immer so ist und man wirklich seinen Weg selbst finden muss. Auch gibt es Zeiten, wo man sich von seinem Trainer verabschieden muss.

Ich hatte nie das Gefühl, dass es meinem Pferd auch Spaß macht. Es fühlte sich immer nicht so gut an aber ich konnte auch nie wirklich definieren, was es ist.

Zurück zur Stunde. Nach ein paar Übergängen und Traversalen, hatte ich ihn tatsächlich auf Spannung. 🙂

Und so sah das Ganze dann aus.

Freitag, 24.11.2017

Ruhetag für Barbapapa. Loana durfte heute an die Longe.

Samstag, 25.11.2017

An manchen Tagen will man am liebsten Zu Hause bleiben.

Da wir um 12.30 Uhr zu Mittag bei meinen Schwiegereltern zum Essen verabredet waren, beschloss ich, gleich morgens in den Stall zu fahren.
Dann hab ich zumindest den Rest des Tages frei“, dachte ich mir.

Also ab in den Stall, Boxen gemistet, Barba geputzt und gesattelt und ab in die Halle. Da war es dann schon 10.20 Uhr.
“Macht nichts”, dachte ich mir wieder, “dann wird es eben nur ein bisschen Vorwärts Abwärts und gut ist.”
Die Halle war gerammelt voll. Noch dazu wurde Unterricht gegeben.
Barba war sichtlich nervös und total unausgeglichen. So komisch drauf, erlebe ich ihn nur sehr selten. Schnorchelnd stapfte er vor sich hin.
Gerte und Sporen hätte ich mir an diesem Tag sparen können. Er war komplett unter Spannung! Ich hatte das Gefühl ein kleines Pulverfass unter mir zu haben.

Schon leuchteten meine Headshaking Alarmleuten auf!

Wieder nach dem Motto “Einfach weiter reiten”, tat ich das. Hinten in der Ecke angekommen, legte Barba einen abruppten Stop hin. Gänse waren hinter der Halle und schnatterten so laut, dass es wirklich unangenehm war.
Da gehe ich nicht vorbei“, dachte sich Barba und tat es dann auch nicht, wobei er hier nicht der Einzige war. Ein paar Mal, setzte sich Barba auf die Hinterhand, bereit jeden Moment die Flucht zu ergreifen. Nicht alle Pferde reagierten so wie er, aber keines wollte ganz nach hinten gehen.
Total ungünstig, wenn man die Hälfte der Halle nicht benutzen kann und diese noch so voll ist.
30 min später hatte ich immer noch einen angespannten Barba unter mir, der sich einfach nicht beruhigen wollte.
Also bat ich Dieter, die Gänse doch bitte zu verscheuchen. Hat er auch getan. 🙂 So langsam näherten wir uns wieder dem hinteren Hufschlag an.
An kontrollierten Trab, ohne dass er in die Sterne guckte, war trotzdem nicht zu denken. Aber ab da fing auch ich an, mich etwas zu entspannen.
Nur 10 min nach der Gänse-Verscheuch-Aktion fing das Geschnatter wieder an. 
Barba spannte sich wieder an und eigentlich sollte man da jetzt durch!
Ein Blick auf die Uhr, es war 11:30 Uhr, sagte mir, dass es nichts mehr werden würde. Theoretisch hätte ich noch eine ganze Stunde in der Halle verbringen können aber die Zeit drängte und ich musste los!

Und dann tat ich, was man im Grunde NIEMALS als Reiter machen sollte – ich gab auf.
Meine Nerven lagen blank und die Zeit hing mir im Nacken.
Natürlich kam von den Reiterkollegen gleich der Hinweis “Das solltest du jetzt aber echt auf keinen Fall machen“. “Ja klar. weiß ich auch”, dachte ich mir.

Meine Lösung war, am Abend wieder zu kommen und es einfach wieder zu versuchen.

Gesagt, getan.
Pferd fertig gemacht und in der kleinen Halle mein Glück versucht. Wieder so mega spannig!
Dann kam auch noch eine, die longieren wollte, also ab in die große Halle.
Der gleiche Spaß wie am Morgen, nur diesmal hatte ich nicht vor, das Handtuch zu werfen!

Immer wieder näherten wir uns der gefährlichen Ecke. Es war ein Kampf, denn er war überhaupt nicht bei der Sache. Er ignorierte mich, streckte seinen Kopf in die Höhe, wie ein englisches Vollblut auf der Rennbahn und ließ kaum eine Hilfe zu.
Natürlich wollte er auch am Abend nicht nach hinten in die Halle!
In einer solchen Situation ist “ruhig bleiben und einfach weiter machen” echt das Letzte, was man hören will und es lässt sich so verdammt schwer umsetzen. Barba lief mir praktisch unterm Po davon und ließ sich kaum halten. Meine Oberarme drohten langsam abzufallen.
Aber die Halle war bis auf einen anderen Reiter Mein 😉 Sehr angenehm, denn ohne die volle Kontrolle, war ich etwas unberechenbar, was auch mein Mitreiter merkte und sehr rücksichtsvoll war!
1 Stunde später, mit viel Geduld, Loben, Faust schließen, treiben, nachgeben, an den äußeren Zügel bringen, hatte ich es geschafft. Dank netter Menschen, gibt es davon auch sogar zwei kleine Videos 🙂

Wir schafften es in einem ruhigen Tempo zu traben und zu galoppieren. Das war dann 1 1/2 Stunden später! Auch schafften wir es bis ganz hinten auf den Hufschlag. Auch wenn ein Ohr von ihm immer noch die Wand sowie die Ecke anpeilte und mein inneres Bein wirklich stark gefordert war 😉

Das Ergebnis der Stunde seht in in den 2 kleinen Videos.

Sonntag, 26.11.2017

Weil Barba gestern so viel gearbeitet hatte, hatte er frei und durfte draußen auf dem Sandplatz toben.

Und wieder eine ganze Woche ohne Headshaking.

Er bekommt auch weiterhin alle seine Pulver in der schon angegebenen niedrigeren Dosis.

Hier geht es zu Woche 18

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